Giersch

Der Giersch ist wohl das Unkraut, dass im Kleingarten am meisten verflucht wird. Aegopodium podagraria, so der botanische Name, verbreitet sich durch unterirdische Ausläufer, kommt mit fast allen Bodenverhältnissen zurecht und jedes kleinste vergessene Wurzelstück treibt wieder aus. Pratisch ist es unausrottbar, es sei denn man bedeckt den kompletten Garten für mind. ein Jahr mit dicker Folie. Aber das sieht erstens nicht schön aus und ist zweitens auch unpraktisch, weil Blumen und Gemüse unter der Folie auch nicht wachsen...

Dabei ist Giersch eine sehr vielseitige Pflanze, man kann sie für viele Dinge nutzen:

  • Junge Blätter im Salat (viel Vitamin C!)
  • Stängelsaft gegen juckende Insektenstiche
  • Als Tee: 2 TL frische Blätter mit 250ml kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen
    wirkt entgiftend, entwässernd, blutreinigend und vieles mehr
  • Als Bad oder Umschläge schmerzstillend bei Rheuma, Gischt, Ischias
  • Als Pesto, Kräuterbutter, Suppe, Maultaschen etc.
    Bei Chefkoch.de gibt es zur Zeit 36 Rezepte. Da wird der Giersch schnell knapp ;-)

Also beim nächsten mal nicht ärgern, sondern freuen, was für ein anspruchsloses und vielseitiges Kraut man da im Blumenbeet hat!

Brennessel

Die Brennessel führt im Kleingarten auch eher ein Schattendasein. Zu Unrecht. Sie ist ähnlich vielseitig wie Giersch:

  • Der Klassiker, Brennesseltee: 1 EL getrocknete Blätter mit 250ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen.
  • Als Planzenstärkungsmittel: 1kg Brennessel (nicht blühend, klein geschnitten) auf 10l Wasser, 12-24 Stunden stehen lassen. Soll gegen Blattläuse helfen.
  • Als Stickstoffdünger: Ansatz wie oben, nur länger stehen lassen und 1:10 verdünnen. Nur auf den Boden gießen, nicht auf die Planzen! Riecht etwas streng, düngt aber gut.
  • Als Raupenfutterpflanze für diverse Schmetterlinge (Tagpfauenauge, Admiral, kleiner Fuchs)
  • Frischkäse, Tortellini, Salat, Suppe, auch hier wieder jede Menge Rezepte auf Chefkoch.de

Wer eine Ecke hat, in der die Brennesseln nicht stören, der sollte sie ruhig mal wachsen lassen. Und wenn man dran gekommen ist und es anfängt zu jucken, dann hilft ein Blatt Breit-Wegerich. Das Blatt einreißen, etwas quetschen und dann auf die Juckenden Stellen legen.

Löwenzahn

Pusteblume haben wir die als Kinder genannt. Womit wir auch schon beim Problem wären: Die Samen verteilen sich bei entsprechendem Wind sehr sehr weit. Deshalb ist Löwenzahn eher ungeeignet für den Anbau im Kleingarten und sollte entfert werden. Dabei mit einem Messer oder Ausstecker die Wurzeln mit ausstechen.

Doch auch Löwenzahn ist verwertbar, vor allem die jungen Blätter als Zugabe zum Salat. Wem sie zu herb sind, der kann sie nach dem Erntern zehn Minuten in lauwarmes leicht gesalzenes Wasser legen, gut abspülen. Und über die restlichen Blätter freut sich das Meerschweinchen zu Hause!

Hat man doch mal eine gelbe Wiese, nicht verzweifeln. Aus Löwenzahnblüten lässt sich ein wunderbarer Sirup kochen.